Kleine Taschenlampe brenn’ …

Erinnert Ihr Euch noch an den Film „From Dusk till dawn“? Und dort im Speziellen an den schrulligen, mexikanischen Schlepper, der im Eingangsbereich der Titty Twister-Bar großspurig ankündigte, welch sagenhafte Pussy-Vielfalt sich dem Besucher hinter den großen, rustikalen Schwingtüren eröffnen würde? Der Text ging so: sechs verschieden farbige Fleshlight Pussys„Wir haben weiße Pussys, schwarze Pussys, spanische Pussys, gelbe Pussys. Wir haben heiße Pussys, kalte Pussys, nasse Pussys. Wir haben stinkende Pussys, haarige Pussys, blutige Pussys, bissige Pussys. Wir haben Seidenpussys, Samtpussys, Nylonpussys und Fleshlight Pussys. Sogar Pferdepussys, Hundepussys, Hühnerpussys …“

„Moment mal“,  wird jetzt sicher der kinokundige und aufmerksame Pedant intervenieren. „Fleshlight Pussys kamen in der Aufzählung doch gar nicht vor.“ Und Recht hat er! Bei allem Varianten-Reichtum, mit dem der Titty Twister lockte: die Fleshlight Pussy war nicht dabei! Denn zu dem Zeitpunkt gab es sie noch gar nicht bzw. war sie eher weniger geläufig. Hat die portable Vagina erfunden: Steve Shubin

Erfunden hat das heute bereits mehr als 4 Millionen Mal über die Ladentheke gewanderte Sexspielzeug Steve Shubin, ehemaliger  SWAT-Polizist in Los Angeles, im Jahr 1995. Einer von den Jungs also, die bei Vorort-Drogenrazzien die Türen eintreten und mit dem Sturmgewehr im Anschlag die Buden von zugekoksten und derart aufgestachelten Drogen-Baronen stürmen . Genau jene Art von Testosteron-Vaterschiff, der man besser nicht sagen sollte, dass sie etwas nicht dürfen. Schon gar nicht, wenn es sich bei dem, was sie dann nicht dürfen, um Sex handelt.

Ein kalifornischer Arzt war trotzdem so mutig – oder sollte man besser sagen: verwegen! Er hatte bei Steves Frau Kathleen, ihres Zeichens ehemalige Profi-Tennisspielerin, eine Hochrisikoschwangerschaft ausgemacht und dem Paar daher nahegelegt, für die Folgemonate auf den Geschlechtsverkehr zu verzichten. Für Steve natürlich eine Katastrophe! Wie es in guten Ehen aber nun mal so ist – und das ist wohl bei den Shubins gegeben – kann man über alles sprechen, denn Steve fragte seine Frau noch auf der Heimfahrt, ob „Du mich für einen Perversen hältst, wenn ich mir ein Gerät ausdenke, um mich anderweitig zu vergnügen.“ Tat Kathy nicht! Und so nahm das Projekt  „Selbst ist der Mann“ in doppelter Hinsicht seinen Lauf.

Während der folgenden Wochen war der Ex-Polizist damit beschäftigt, Kontakte zu den Haus- und Hof-Animatronikern Hollywoods zu knüpfen. Für irgendwas muss es ja schließlich gut sein, wenn man die Filmschmiede in unmittelbarer Nachbarschaft hat. Animatroniker, das sind Experten für mechanisch oder elektronisch gesteuerte Puppen. Sie sollten ihm das liefern, was er als realistische „Körper-Portion“ bezeichnete. Und es dürfte nicht schwer sein zu erraten, welcher Region des menschlichen Körpers Steves Interesse galt.Nackte Frau, liegender Spagat im Fotostudio

Der Gedanke, diese Körperhäppchen im großen Stil zu produzieren, kam Steve erst in der Folgezeit. Eines bedeutungsvollen Tages später fuhr er einen Freund in seinem 93er Dodge RAM (350 Club Cab Turbo Diesel) Pickup zum Flughafen. Dieser Freund machte keinen Hehl aus seinem Interesse an Steves Alternativ-Entsamer, lehnte aber gleichzeitig dessen großzügiges Angebot entschieden ab, ihm eine solche Körperportion bereitzustellen. Nicht auszudenken, wenn Frau und Kinder zu Hause dahinter kämen.

Das brachte Steve ins Grübeln. Wie sollte er das Produkt je an den Mann bringen, wenn er es nicht mal einem Freund verkaufen könne? Ganz davon abgesehen, dass man körperportionslosen Freunden in der Not natürlich hilft.

Treffenderweise ging Steve dann ein Licht auf: in Form der Taschenlampe! Jeder hat eine im Haushalt und jeder führt eine im Kofferraum mit sich. Jedenfalls nach US-amerikanischen Maßstäben! Dies war die Geburtsstunde der Fleshlight Pussy (engl. Flashlight = Taschenlampe, Fleshlight Pussy= Taschen-Vagina od. Taschen-Muschi). Unter ihrem Deckel bleibt das Schmuckkästchen ein gut gehütetes Geheimnis. Die ersten Exemplare fertigte Steve noch in Handarbeit an und legte damit den Grundstein für sein gewaltiges Fleshlight-Imperium. Entstanden sind ein Produktionszentrum in Austin, Texas und eines in Sevilla. Und mittlerweile gibt es auch – womit wir wieder beim Intro wären – Pussys in den unterschiedlichsten Ausführungen. Dazu muss man wissen, dass es sich bei den Fleshlight Pussys um 1:1  Nachbildungen prominenter, da aus diversen Pornofilmchen bekannten Vaginas handelt. Tori Black, Jenna Haze, Katsuni, Lisa Ann – um nur mal einige der Porno-Stars zu nennen, die sich bereits in vaginaler (z.T. aber auch oraler und analer) Form verewigt haben.Querschnitt der verschiedenen Fleshlight Pussy-Strukturen Um die Auswahl zusätzlich zu erschweren, hat man sich verschiedene Texturen für die Fleshlights ausgedacht. Es gibt von dem sehr engen Kanal über Rippchen mit festem Griff bis hin zu massierenden Perlen alles, was das subabdominale Männerherz steifer werden lässt. Und an die Gay-Fraktion wurde auch gedacht, für sie gibt es die Fleshjacks.

Hergestellt wird die “Wunderlampe” übrigens aus einem Material, das sich „Superskin“ nennt.  Im Lauf des Herstellungsprozesses muss das jeweilige Model ca. 10 Minuten unbeweglich ausharren, während man den flüssigen Grundstoff einfüllt und die Anatomie der Vorlage im Detail 1:1 nach-modelliert, ehe sich das Material wieder verfestigt.

Das Resultat ist erstaunlich. Woraus auch immer die Superskin besteht -natürlich ist das Rezept geheim –  sie fühlt sich verblüffend realistisch an.Und jetzt brennt Euch allen sicher genau diese eine Frage auf der Seele: bringt’s das Masturbations-Helferlein? Nun, das ist eine gute und sehr berechtigte Frage! Dazu kann ich allerdings nur sagen: Der Gentlemen genießt. Und treibt’s!


Euer Robby Knüppel



 

 

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